Die Öffentlichkeitsarbeit im Themenbereich Biodiesel und erneuerbare Kraftstoffe konzentrierte sich im Berichtsjahr 2025/2026 auf die gegenüber dem bestehenden Gesetz erweiterten gesetzlichen Regelungen zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote. Diese dienen der Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III in nationales Recht und bestimmen maßgeblich die zukünftige Rolle von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse.
Die UFOP stellte in ihrer Kommunikation heraus, dass nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe (Biodiesel/HVO) aus Raps zwar bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, aber dieses Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Denn sie sind in der vorhandenen Fahrzeugflotte unmittelbar einsetzbar, reduzieren den Bedarf an fossilen Kraftstoffen als Beitrag für eine resiliente Energieversorgung, deren Erzeugung zugleich mit der Bereitstellung von heimischen gentechnikfreien Eiweißfuttermitteln einhergeht. Die Öffentlichkeitsarbeit der UFOP stellte auf Grundlage einer ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung das „Potenzial“ von Raps in den Fokus. Zu den zentralen Forderungen gehörte deshalb die erfolgreich durchgesetzte schrittweise Anhebung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von aktuell 4,4 Prozent auf 5,8 Prozent im Jahr 2033.
Umsetzung der RED III und Weiterentwicklung der THG-Quote
Die mit der Änderung des THG-Quotengesetzes einhergehenden Anforderungen, beispielsweise zusätzliche Dokumentationspflichten über die gesamte Warenkette hinweg, beginnend mit der Rohstofferfassung über die Rapsverarbeitung bis zur Biokraftstoffherstellung, rückten in den Fokus der Öffentlichkeitsarbeit der UFOP. In diesem Umfeld setzte sich die UFOP gemeinsam mit den Verbänden der Biokraftstoffwirtschaft für eine ambitionierte, verlässliche und betrugssichere Ausgestaltung der THG-Quote ein. Hierzu gehört insbesondere die erfolgreich geforderte Abschaffung der Doppelanrechnung von Biokraftstoffen aus bestimmten Abfallstoffen als Ursache und damit Fehlanreiz für Betrug, ergänzt um wirksame Vor-Ort-Kontrollen und schärfere Dokumentationspflichten für die Nachhaltigkeitsnachweise von in der EU produzierten und aus Drittstaaten importierten Biokraftstoffen und Rohstoffen. Die UFOP betonte bei den Abstimmungsprozessen, dass Deutschland die RED III in diesem Sinne vorbildgebend in der EU umsetzen muss, sodass im Ergebnis nationale Regelungen im Gleichklang, insbesondere mit Blick auf Betrugsprävention und öffentliche Akzeptanz, geschaffen werden.
Forderungen und Positionen wurden in Gesprächen mit Bundesministerien und Bundestagsabgeordneten sowie in Fachgremien, Verbändeabstimmungen und parlamentarischen Formaten vermittelt. Gleichzeitig verwies die UFOP auch auf die besondere Bedeutung erneuerbarer Kraftstoffe für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den Schwerlastverkehr, Bereiche, die sich nur schwer elektrifizieren lassen.
23. Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“
Am 19. und 20. Januar 2026 fand im CityCube Berlin der 23. Internationale Fachkongress für erneuerbare Mobilität statt. Unter dem Motto „Turbo zünden, erneuerbar durchstarten“ diskutierten mehr als 620 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 30 Ländern über die politischen, wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine klimafreundliche Mobilität. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (Mitte) stellte die mobilitätspolitischen Ziele der Bundesregierung vor.
www.kraftstoffe-der-zukunft.com

Sachstandsbericht „Biodiesel & Co. 2024/2025“
Mit dem Sachstandsbericht „Biodiesel & Co. 2024/2025“ veröffentlichte die UFOP ihre jährliche Bestandsaufnahme der deutschen und europäischen Biokraftstoffpolitik.
Auf 52 Seiten analysiert der Bericht die Bedeutung von Biodiesel und weiteren erneuerbaren Kraftstoffen für Klima-, Energie- und Versorgungspolitik. Er behandelt die Umsetzung der RED III, die Entwicklung der THG-Quote, Produktions- und Handelsmengen, Rohstoffmärkte sowie die durch Biokraftstoffe erzielten Treibhausgaseinsparungen.
Politikinformation Biokraftstoffe 2025
Gemeinsam mit den weiteren Verbänden der deutschen Biokraftstoffwirtschaft veröffentlichte die UFOP die „Politikinformation Biokraftstoffe 2025“.
Die 56-seitige Publikation informiert über die Entwicklungen bei Biodiesel, Bioethanol und Biomethan und deren ganzheitliche Bedeutung für den Standort Deutschland. Biokraftstoffe sind ein Beispiel für eine ökonomisch erfolgreich entstandene und vernetzte Bioökonomie, die mit dem Rapsanbau ihren Anfang nimmt. Die Broschüre vermittelt einen Überblick über den Gesamtbeitrag der heimischen Rohstoffproduktion und -verarbeitung für die Wertschöpfung sowie deren Beitrag für den Klimaschutz bis hin zur Proteinversorgung für die Futtermittelwirtschaft und Rohstoffversorgung für die Industrie. Die Broschüre erläutert abschließend die Forderungen der Verbände zur Weiterentwicklung der THG-Quote.
Digitaler Bericht zur globalen Marktversorgung
Der Bericht zur globalen Marktversorgung wurde im Berichtsjahr in einer digitalen und für mobile Endgeräte optimierten Form bereitgestellt. Er ordnet die europäische und weltweite Verwendung von Biomasse für die Biokraftstoffproduktion in die internationalen Nahrungs- und Futtermittelmärkte ein.
Auf Grundlage aktueller Marktdaten zeigt der Bericht, dass die Verarbeitung von Ölsaaten zu Biokraftstoffen stets mit der Erzeugung proteinreicher Koppelprodukte verbunden ist. Damit leistet die Ölsaatenverarbeitung zugleich einen Beitrag zur europäischen Versorgung mit Eiweißfuttermitteln und damit zur Nahrungsmittelproduktion (Milch, Fleisch).
7. Tagung „Kraftstoffe für die Mobilität von morgen“
Am 11. und 12. Juni 2026 fand im historischen Rathaus in Lemgo die 7. Tagung der Fuels Joint Research Group statt. Die UFOP war erneut Mitveranstalter und Co-Sponsor der Veranstaltung.
Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors. Im Mittelpunkt standen der Stand des THG-Quotengesetzes, die Umsetzung der RED III und die Auswirkungen des europäischen Emissionshandels ETS2.
Fachvorträge behandelten Biodiesel, Bioethanol, HVO, E-Fuels, Wasserstoff sowie weitere flüssige und gasförmige Energieträger. Gemeinsam mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe und der NOW GmbH unterstützte die UFOP zudem den Nachwuchsförderwettbewerb, bei dem Promovierende und Studierende ihre Forschungsergebnisse vorstellten.
Fachliche und politische Netzwerkarbeit
Die UFOP beteiligte sich im Berichtsjahr an zahlreichen nationalen und europäischen Gesprächen zur Biokraftstoffpolitik. Dazu gehörten Sitzungen und Fachgespräche zur THG-Quote, zur Nachhaltigkeitszertifizierung, zum Emissionshandel, zu erneuerbaren Kraftstoffen für die Land- und Forstwirtschaft sowie zur Erfassung und Bewertung von HVO-Mengen.
Ein Schwerpunkt war der Austausch mit den zuständigen Bundesministerien und den Verbänden der Biokraftstoffwirtschaft. Die UFOP brachte außerdem ihre Positionen in die Arbeitsgruppen des Bundesverbandes Bioenergie, des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie, der Agentur für Erneuerbare Energien sowie in europäische Gremien ein.
Beim 28. International Oilseed Producers Dialogue im Juni 2026 in Niagara Falls stellte Stephan Arens die Chancen und Herausforderungen von Biokraftstoffen aus Sicht der europäischen Ölsaatenerzeugung vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus wichtigen internationalen Ölsaatenregionen betonten die Notwendigkeit stabiler Absatzmärkte und verlässlicher politischer Rahmenbedingungen.
Plattform Erneuerbare Antriebsenergie für die Land- und Forstwirtschaft (PEALF)
Die UFOP ist Mitinitiator und damit Gründungsmitglied der 2016 von Verbänden, Unternehmen der Landtechnik und Institutionen geschaffenen Plattform. Seitdem hat sich die Plattform nicht nur zu einem wichtigen „Befürworter“ und kompetenten Ansprechpartner für die Umstellung auf Biokraftstoffe, sondern zudem für die Nutzung von erneuerbarem Strom der betrieblich vorhandenen PV-Anlagen entwickelt. Die Plattform ist dank ihrer Mitglieder sehr breit vernetzt und heute fachlicher Ansprechpartner, wenn es um Maßnahmen und Rahmenbedingungen geht, erneuerbaren Energien den Marktzugang für diesen Sektor zu öffnen. Die THG-Einsparung bei der Antriebsenergie kann unmittelbar auf die Sektorverpflichtung gemäß Klimaschutzgesetz angerechnet werden.

