In der UFOP-Außenstelle werden Bundes- und EU-Sortenversuche mit Öl- und Eiweißpflanzen organisiert. Die Versuchsdurchführung dieser von der UFOP geförderten Versuche erfolgt in bundesweiter Zusammenarbeit mit Länderdienststellen (LDS) der Offizialberatung, Universitäten, Züchtern sowie mit Dienstleistungsunternehmen für Feldversuche. Ebenso können anbautechnische Versuche betreut werden. Die übermittelten Versuchsdaten werden in der UFOP-Außenstelle ausgewertet mit zeitnaher Veröffentlichung im Internet und anschließender Berichterstattung in Fachzeitschriften, landwirtschaftlichen Wochenblättern sowie ausführlich als Endberichte in den UFOP-Schriften. Weitere Informationen im Heft Sortenversuche 2025.
UFOP-/SFG-Fachausschuss Sortenprüfwesen
Der UFOP-/SFG-Fachausschuss Sortenprüfwesen bietet einmal jährlich die Möglichkeit, über den Verlauf abgeschlossener Versuche und sich daraus ggf. ergebender Anpassungen bei laufenden oder zukünftigen Versuchen sowie weiteren Versuchsfragen zu beraten. Mitglied des UFOP-SFG-Fachausschusses sind Vertreterinnen und Vertreter der Länderdienststellen und Züchter. Am 12. März 2026 wurden unter anderem folgende Themen besprochen:
An einzelnen Standorten ist es auch im Herbst 2025 zu stärkerem Befall mit Rapserdfloh mit teils deutlicher Schädigung der Bestände gekommen. Neben der Saatgutbeizung mit zugelassenen Mitteln wurde über die Möglichkeit einer früheren Aussaat diskutiert. Allerdings ist organisatorisch ein früherer Versand des Versuchssaatgutes nicht möglich.
Bei den Sortenversuchen mit Sonnenblumen ist bislang die Zählbonitur für Sklerotinia und Botrytis am Korb kurz vor der Ernte als Standardbonitur vorgeschrieben. In den letzten Jahren gab es witterungsbedingt nur an wenigen Standorten differenzierenden Befall mit Sklerotinia oder Botrytis, die bereits gut mit den laufenden Parzellenbonituren erfasst wurden. Aus diesem Grund soll mit den Ländern und dem BSA geklärt werden, ob die Pflicht zu dieser arbeitsintensiven Bonitur zukünftig entfallen kann.
Des Weiteren wurde angemerkt, dass es im Frühjahr 2026 sehr schwierig gewesen ist, ausreichend viele Standorte für die EU-Sortenversuche mit Sonnenblumen zu gewinnen. Die Versuchsdurchführung ist anspruchsvoll und die Prüfumfänge meist gering. Daher ist der organisatorische Aufwand für diese Versuche pro Parzelle relativ hoch. Eine Versuchsdurchführung mit weniger als sechs Standorten ist aufgrund der hohen Ausfallquote bei Sonnenblumen-Versuchen als nicht sinnvoll zu erachten. Für die Aussaat 2027 sollen daher weitere Optionen geprüft werden.
Bundes- und EU-Sortenversuche (BSV/EUSV) Winterraps *
Der Bundes- und EU-Sortenversuch (BSV/EUSV) schließt die Prüflücke zwischen dem Abschluss der amtlichen Zulassungsprüfungen und einer möglichen Weiterprüfung in den regionalen Landessortenversuchen (LSV). Sorten mit einer EU-Zulassung können nach erfolgreicher Prüfung im separat angelegten EU-Sortenversuch 1. Prüfjahr (EUSV 1) in das zweite EU-Prüfjahr aufsteigen und sich in der kombinierten Prüfung im BSV/EUSV 2 gegen die Neuzulassungen in Deutschland beweisen. Zusammen mit den Ergebnissen aus drei Wertprüfungsjahren und den BSV-Ergebnissen stehen den Bundesländern bereits zur Entscheidung über die Aufnahme der Neuzulassungen in die regionalen Anbaueignungsprüfungen (LSV) eine breite Datenbasis wie auch zur Sortenberatung zur Verfügung. Über die zweijährige EU-Sortenprüfung liegen zum möglichen Übergang in die LSV ebenfalls hinreichend sichere Ergebnisse vor, die auf Nachfragen aus der landwirtschaftlichen Praxis ebenfalls eine gute Beratung ermöglichen. Mit diesem Prüfsystem ist ein zügiger Eingang des Zuchtfortschritts in die landwirtschaftliche Praxis gewährleitet und stellt somit wichtigen einen Beitrag zur Sicherung der Wertschöpfung in der Landwirtschaft dar.
Die Bedingungen zur Aussaat waren in 2025 vielerorts gut und die Bodenfeuchte überwiegend ausreichend für eine gute Keimung. Vor allem an den Versuchsstandorten im Osten Deutschlands herrschten jedoch zum Teil sehr trockene Bedingungen ohne ausreichende Niederschläge nach der Saat. Durch unzureichende Niederschläge konnten die auflaufenden Pflanzen in Kranepuhl den starken Rapserdflohbefall nicht überwachsen und der Versuch musste im Herbst abgebrochen werden. Alle weiteren Versuche zeigten überwiegend eine mittlere Vorwinterentwicklung und überstanden den langen und zum Teil kalten Winter ohne größere Auswinterungsschäden. Im Frühjahr war die Entwicklung durch langanhaltend kühle Temperaturen zunächst zögerlich, was einem frühen Blühbeginn entgegenstand.

BSV/EUSV 2 Winterraps *
Zur Aussaat 2025 wurde der Bundes- und EU-Sortenversuch 2 Winterraps an 22 Standorten im Plot-in-Plot-Verfahren und an einem Standort mittels Einzelkornablage in Doppelparzellen angelegt.
- Das Prüfsortiment umfasst insgesamt 24 Prüfglieder (ausschließlich Hybridsorten, ohne Halbzwerghybriden) und setzt sich wie folgt zusammen:
- 3 Verrechnungssorten, davon zwei Sorten mit Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (Turnip Yellow Virus)
- 3 Vergleichssorten, darunter eine Sorte mit einer Kombination aus rassenspezifischer Kohlhernieresistenz und Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) sowie eine Sorte mit Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV)
- 13 Prüfglieder im BSV, davon 7 mit TuYV-Resistenz nach Angabe des Züchters, 1 mit Resistenz gegen TuYV (nach Züchterangabe) und rassespezifisch Kohlhernie, 1 mit rassenspezifischer Resistenz gegen Kohlhernie und 4 ohne TuYV- bzw. Kohlhernieresistenz. Es haben 7 BSV-Sorten im Herbst 2024 eine Zulassung in Deutschland erhalten. Weitere 4 Sorten verfügen über eine EU-Zulassung. Ein Prüfglied hat weder eine deutsche noch eine EU-Zulassung erhalten und ist daher nicht vertriebsfähig, Ein Prüfglied befindet sich noch in Deutschland im Zulassungsverfahren.
- 5 Prüfglieder im 2. EU-Prüfjahr, darunter nach Züchterangeben je eine Sorte mit TuYV-Resistenz, einer rassenspezifischen Kohlhernieresistenz, einer Kombination beider Resistenzen und zwei Sorten ohne besondere Eigenschaften, wovon eine EU-Sorte aus der Prüfung zurückgezogen worden ist.
EUSV 1 Winterraps *
Der EU-Sortenversuch 1 Winterraps wurde 2025 bundesweit erneut an 15 Standorten im Plot-in-Plot-Verfahren angelegt. Das Sortiment umfasste 19 Sorten und bestand aus
- 3 Verrechnungssorten, davon zwei Sorten mit Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (Turnip Yellow Virus, TuYV)
- 2 Vergleichssorten, davon eine Sorte mit Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) in Kombination mit einer rassenspezifischen Kohlhernieresistenz sowie 1 Sorte ohne TuYV- bzw. Kohlhernieresistenz
- 14 Sorten im 1. Prüfjahr, darunter 4 Sorten mit Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) nach Angabe des Züchters, 2 Sorten nach Angabe des Züchters mit Kohlhernie (rassenspezifisch) und 8 Sorten ohne eine besondere Resistenz
- Herbizidresistente EU-Sorten wurden zur Ernte 2026 nicht geprüft.
- Die EU-Sorten haben Zulassungen in Dänemark, Frankreich und Ungarn mit Schwerpunkt in Frankreich. Von den 10 in Frankreich zugelassenen Sorten haben 3 Sorten eine Expresszulassung zum 1. August 2025 erlangt.
Prüfung der Phomaresistenz von Winterrapssorten**
Seit der Aussaat 2014 werden in der Phomaresistenzprüfung Winterraps (PRW) alle Neuzulassungen sowie die aktuellen Zulassungskandidaten in Deutschland mit den EU-Sorten im 2. Prüfjahr sowie wesentliche, bundesweit im LSV befindliche Sorten auf ihre Widerstandskraft gegen Phoma geprüft. Die Sorten können längstens drei Jahre in dieser Prüfung verbleiben und anschließend sicher in ihrer Phomaresistenz beschrieben werden. Damit liegen i. d. R. für alle beratungsrelevanten Sorten frühzeitig Ergebnisse in diesem Merkmal vor. Zur Aussaat 20245wurde die Prüfung bundesweit an 5 Standorten angelegt. Das Sortiment aus 56 Prüfgliedern setzt sich wie folgt zusammen:
- 1 anfälliger Standard
- 5 Vergleichssorten, davon 3 Sorten mit einer TuYV-Resistenz und eine Sorte mit einer kombinierten TuYV- und rassenspezifischen Kohlhernieresistenz
- 3 LSV-Sorten im zweiten LSV-Phomaprüfjahr
- 8 LSV-Sorten im 1. LSV-Phomaprüfjahr
- 13 Stämme/Sorten des Bundessortenversuchs (BSV)
- 5 Sorten im 2. Prüfjahr des EUSV
- 21 Stämme im 3. Wertprüfungsjahr
Anhand des anfälligen Standards wird das Befallsniveau festgestellt. Das Prüfsortiment ist zu bonitieren, wenn der Befallswert mindestens bei 3,0 liegt und somit ein ausreichend hoher Befallsdruck für eine hinreichende Sortendifferenzierung vorhanden ist. Zum Redaktionsschluss lagen die Bonituren für den Versuch zur Ernte 2026 noch nicht zur Auswertung vor.
Die einjährigen Ergebnisse fließen in eine umfassende Datenbank mit Phomabonituren aus Bundes- und EU-Sortenversuchen, Wertprüfungen, Landessortenversuchen und Phomaresistenzprüfungen seit 2011 ein. Aus dieser Datenbank heraus erfolgt mithilfe eines von Dr. Volker Michel (LFA MV, Gülzow) entwickelten statistischen Verfahrens eine Einteilung aktueller Sorten in drei Phomabefallsklassen. Die aktuelle Abbildung finden Sie hier: https://bit.ly/xxxxx hier.
EU-Sortenversuch (EUSV) Ackerbohnen *
Zur Aussaat 2026 wurde der EU-Sortenversuch Ackerbohnen an 18 Standorten angelegt. Bei 5 oder weniger zu prüfenden EU-Sorten ist eine in LSV oder WP integrierte Prüfung vorgesehen. In begründeten Fällen ist eine Prüfung als eigenständiger EUSV möglich. An zwei Standorten wurde der Versuch eigenständig angelegt und an den übrigen Standorten mit dem Landessortenversuch oder der Wertprüfung kombiniert. Es wurden zwei EU-Sorten im 2. EU-Prüfjahr getestet. Beide EU-Sorten sind vicinarm. Sie wurden gegen zwei vicinarme Verrechnungssorten und eine vicinarme Vergleichssorte geprüft. Die Einstufung der Vicinarmut beruht bei den EU-Sorten auf Angaben des Züchters. Für die in Deutschland zugelassenen Verrechnungs- und Vergleichssorten prüft das Bundessortenamt den Vicingehalt. Die EU-Sorten sind in Frankreich oder Polen zugelassen. Zum Redaktionsschluss des Berichts lagen noch keine Ergebnisse vor.

EU-Sortenversuch (EUSV) Futtererbsen *
Der EU-Sortenversuch Futtererbsen wurde in 2026 an bundesweit 15 Standorten bis auf einen Standort in Kombination mit LSV oder WP angelegt. Ein Standort führte den Versuch eigenständig durch. Neben zwei Verrechnungs- und zwei Vergleichssorten stand eine Sorte im 2. EU-Prüfjahr und zwei EU-Sorten im 1. EU-Prüfjahr. Die EU-Sorten haben Zulassungen in Frankreich, Dänemark und Polen erlangt. Zum Redaktionsschluss des Berichts lagen noch keine Ergebnisse vor.

EU-Sortenversuch (EUSV)
Sonnenblumen ***
Zur Durchführung des EU-Sortenversuch konventionelle Sonnenblumen 2026 konnten 10 Standorte in den Anbaugebieten für Sonnenblumen gewonnen werden. Das Sortiment umfasste insgesamt 12 Sorten, davon:
- 3 Verrechnungssorten
- 4 Vergleichssorten, darunter 2 Sorten mit Toleranz gegen den herbiziden Wirkstoff Tribenuron
- 2 Sorten im 2. EU- Prüfjahr
- 3 Sorten im 1. EU-Prüfjahr, darunter zwei EU-Sorten mit Toleranz gegen den herbiziden Wirkstoff Tribenuron
Vier Sorten waren in Frankreich, zwei Sorten in Italien und jeweils eine Sorte in Rumänien, Portugal, Spanien, Slowakei, Bulgarien sowie Österreich zugelassen.
Zum Redaktionsschluss lagen noch keine Versuchsergebnisse vor.
EU-Sortenversuch (EUSV)
HO-Sonnenblumen ***
Die Prüfung von HO-Sonnenblumen mit EU-Zulassung konnte in 2026 an sechs Standorten in den wesentlichen Anbaugebieten für Sonnenblumen angelegt werden. Mit insgesamt 5 Sorten war der Prüfungsumfang recht klein. Aufgrund der besonderen Qualität hinsichtlich des Ölsäuregehalts erfolgt die Prüfungsdurchführung unabhängig vom Prüfungsumfang als eigenständiger Versuch. Es wurden drei EU-Sorten mit Zulassungen in Österreich, Bulgarien und Frankreich neu für den EU-Sortenversuch angemeldet, davon eine Sorte mit einer Resistenz gegen den herbiziden Wirkstoff Tribenuron. Die im Vorjahr geprüften Sorten wurden von der Weiterprüfung zurückgezogen, sodass keine Sorte in das zweite EU-Prüfjahr aufgestiegen ist. Als Bezugsbasis dienten zwei Verrechnungssorten. Zum Redaktionsschluss lagen noch keine Versuchsergebnisse vor.
Die Ergebnisse aller Bundes- und EU-Sortenversuche werden zeitnah nach dem Erhalt der vollständigen Versuchsdaten auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hier veröffentlicht.
Die Versuchsergebnisse der Ernte 2025 werden zudem in der Reihe der UFOP-Schriften publiziert.
Erläuterungen:
* Projektbetreuung: Sortenförderungsgesellschaft mbH (SFG), Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, UFOP-Außenstelle für Versuchswesen
** Projektbetreuung: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, UFOP-Außenstelle für Versuchswesen
*** Projektbetreuung: Sortenförderungsgesellschaft mbH, Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg, UFOP-Außenstelle für Versuchswesen